Folgenden Text möchte ich euch nicht vorenthalten. Gefunden habe ich ihn im Fjordforum, wo ich regelmäßig lese und mitschreibe. Ich fand die Aussage so zutreffend und genial formuliert! Martina - die Verfasserin - hat mir erlaubt ihn hier zu posten.
Zitat:
Wenn du ein Pferd möchtest, dem du vertrauen kannst, dann ist die Vorraussetzung dazu, dass das Pferd dir vertrauen kann.
Vertrauen (Sicherheit) ist eines der stärksten Grundbedürfnisse bei Pferden, vielleicht genauso stark wie Futter. Wenn ein Angstreiter mit einem Pferd zusammenkommt sieht das "Gespräch" ungefähr so aus:
Pferd: "Kann ich dir mein Leben anvertrauen?"
Reiter: "Ich habe Angst vor dir und dem, was mir passieren könnte, wenn du nicht ruhig bleibst."
Pferd: "Du hast Angst? Warum, wo ist die Gefahr!"
Der Rest der Aussage des Reiters (vor dir und dem, was dir passieren könnte, wenn du nicht ruhig bleibst) ist "lost in translation", das Pferd kann das nicht nachvollziehen. Es sucht also nach dem Feind, hebt den Kopf, spitzt die Ohren und der Reiter bekommt noch mehr Angst.
Je nachdem ob es sich um ein eher dominantes oder ein eher ängstliches Pferd handelt, gibt es nun zwei Varianten (ich vereinfache natürlich):
Ein dominantes Pferd merkt früher oder später, dass gar keine Gefahr da ist und beschließt, dass der Mensch als Herdenführer untauglich ist, und es nun seine Aufgabe ist, für den Menschen zu sorgen.
Das bedeutet aber, dass der Mensch von jetzt an da hin gehen muss, wo das Pferd hin will, wenn er das nicht tut, muss er in seine Schranken verwiesen werden. Das ist normales Pferdeverhalten – wie kann man jemanden beschützen, der eine Diskussion anfängt, wenn das Leben der Herde auf dem Spiel steht? Meist muss das Pferd dann feststellen, dass Menschen sehr schwer von Begriff sind und all die kleinen "Zurechtweisungen" nicht verstehen, so dass es überdeutlich werden muss. Dann wird es bösartig genannt.
Ein eher ängstliches Pferd wird dagegen wahrscheinlich immer schreckhafter und fängt an, die Gefahr in allen möglichen Kleinigkeiten zu suchen. Schließlich muss ja irgendwo eine Gefahr sein, wenn der Herdenführer Angst hat.
Wenn man einem Pferd also einen Gefallen tun möchte, gibt man ihm Sicherheit.
Dann sieht das Gespräch ungefähr folgendermaßen aus:
Pferd: "Kann ich dir mein Leben anvertrauen?"
Reiter: "Ja natürlich, solange ich in deiner Nähe bin, wirst du von keinen Bären und Pumas angegriffen, denn die rennen vor mir weg. Und ich kann dir auch versprechen, dass ich Tiger und Wolfsrudel von dir fernhalte. Außerdem habe ich ein außerordentliches Gespür für die besten Futterquellen und kann auch immer gutes, frisches Wasser für dich finden. Ich kann dir alles geben, was du brauchst, ich kann dir versprechen, dass Feinde keine ernsthafte Gefahr für dich sein werden und dass all die anderen gruselig aussehenden Dinge dir nichts tun."
Und genau das kannst du versprechen, egal, wie gut oder schlecht du reiten kannst. Du kannst deinen Pferden mit völlig reinem Gewissen Sicherheit und genug Futter/Wasser versprechen.
Zitat Ende.
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