Leider sind die Bilder nix geworden, weil ich nämlich nicht sehr gut im Fotografieren bin ......
Dian benimmt sich wie ein alter Profi. Er lässt sich jetzt schon besser longieren als mein guter alter Tom. Anhalten an der Longe, wieder losgehen, antraben und zum Schritt durchparieren, Kreis vergrößern und verkleinern und sogar schon die Angallopierhilfe gingen einwandfrei. Wobei da natürlich die Hilfe im Vordergrund stand, nicht das Durchgallopieren.
Allerdings ist er vom Gangvermögen her gut für den Gallopp ausgestattet, was die Sache auch einfacher macht. Insgesamt geht er gerne vorwärts, bleibt aber cool wie ne alte Socke.
Er hatte seine Sache gut gemacht und kam wieder in den Offenstall. Ich hab dann Jutta beim Hufe machen geholfen, wo sich mal wieder zeigte dass die menschliche Kommunikation etwas sehr kompliziertes ist.
Jutta: Halte doch bitte so und so und drücke hier wenn ich da schneide.
Julia: Wie? Ne ne, das geht garnicht, ich muss doch hier halten und irgendwie geht das nicht.
Jutta: Es geht aber einfacher wenn du hier drückst.
Julia: Na ich versuchs.
Zwei Minuten Schweigen und Schneiden.
Julia: Oh achso! Hier drücken! Klar, ist ja auch viel einfacher.
Wenn man sich über einen Huf bückt ist lachen ziemlich anspruchsvoll für die Bauchmuskeln....
Wir haben dann noch eine ziemlich wild gewachsene Mähne mit der Schermaschine bearbeitet. Was übrigens geschah als Dian noch nebendran angebunden war. Er zuckte nichtmal mit einem Ohr, genauso wenig wie bei der Betonmischmaschine die Juttas Mann anwarf oder dem Kipplader der 3 m weiter Sand plazierte. Habe ich schon erwähnt, dass Dian ein Genie ist?

Dann kamen Julikas Hufe an die Reihe. Danach musste Jutta einkaufen gehen (Männer und Kinder wollen doch tatsächlich gelegentlich mal was essen) und ich hab mich bei Julika ausgetobt. Kurz bevor sie losfuhr meinte sie noch, dass wir hinterher auch ihre Mähne scheren.
Erstmal hab ich den Zottelbär geputzt. Die Dame hat nicht nur mehr und längeres Fell als Dian, sie liebt es auch sich möglichst feucht zu wälzen. Ich hab da einen wahren Fellberg rausgekämmt!
Dann schaute ich auf das Pferd, auf ihre Mähne und auf die Schere die noch am Putzplatz war. Anschließend hatte ich einen Geistesblitz! Da doch sowieso gleich alles mit Gebrumm herunterkam, konnte ich ja nochmal Mähneschneiden üben.
Gesagt getan. Das Ergebnis war zwar immer noch verbesserungswürdig, aber schon besser als beim ersten Mal. Jutta hat nur gegrinst als sie wieder kam.
Am Abend haben wir dann Dian nochmal geführt und longiert. Und wir sind das erste Mal spazieren gegangen. Hier entdeckte ich noch eine Gemeinsamkeit von Dian und mir. Wir 'niesen' sehr laut.
So ein Spaziergang ganz ohne andere Pferde hinaus in die weite weite Welt ist doch etwas ungeheuer aufregendes! Dian kommentierte dies mit einem kräftigen Schnauber. Der Schnauber kam so vehement wie meine Nieser. Da aber Jutta und ich ruhig atmend einfach weitergingen hat er sich dem angeschlossen.
Außerdem sind Juttas Kommandos zum Stehenbleiben so ausdrucksstark, dass ich reflexartig synchron mit Dian zum stehen kam. Ein Zuschauer hätte sich vermutlich schlapp gelacht. (Als kleine Anmerkung, ausdrucksstark meint nicht übertrieben, laut oder energisch)
Wir machen wohl Fortschritte. Beide stehen wir prompt und im Gleichgewicht sobald das Kommando kommt.

Am Sonntag ging es so wundervoll weiter. Da ich Jutta gerade von einem guten Sattel erzählte den ich günstig gebraucht bekommen könnte meinte sie, wir könnten doch mal den Sattel auflegen.
Ich blinzelte irritiert, hatte ich an diesen Schritt doch erst in 1-2 Monaten gedacht.
Aber sie hatte recht, die Gewöhnung an den Sattel war problemlos möglich. Es war derart unkompliziert dass ich es fast nicht glauben konnte. Wir haben Dian klar gezeigt was wir von ihm erwarten und er hat uns genau das geliefert was wir wollten.
Den Sattel auflegen: kein Problem.
Den Gurt schließen: Kein Problem, er wölbte auf den ungewohnten Druck am Bauch nur den Rücken auf.
Da der Sattel schonmal lag wurde noch ein Gurt herumgeschlungen um flatternde Sattelblätter zu verhinden und dann ging es auf den Platz.

Jede Gangart war problemlos möglich. Dian akzeptierte es dass wir seinen Rücken mit irgendwas behangen hatten und ignorierte das Ding im weiteren Verlauf. War ja auch irgendwie nicht so wichtig .......
Viel schöner war ja, dass er nochmal auf den Platz durfte und ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Er genießt es und dass da noch ein Sattel oben ist ..... was solls .....

Und da ist es auch schon wieder, dieses gewisse Grinsen.....
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